Stiftung Camenzind 

Reithof in der Rüti

 


S.O. Reitturnier in Grub AR 25./26. August 2012


Nur wenige Wochen nach den Sommerspielen in London war der Reithof in der Rüti in Grub im Olympia-Fieber.

Auf dem Reithof in der Rüti fand der offizielle Special Olympics Wettkampf im Bereich Pferdesport statt. Es waren 25 engagierte und sportbegeisterte Athleten, aus zehn Kantonen, um sich an fünf verschiedene Prüfungen zu messen am Start.

«Die Art der Behinderungen interessiert aber nicht. Für uns steht der Mensch im Vordergrund», sagt Turnierleiterin Kathrin Lex. Bei Special Olympics sind die Teilnehmer geistig behindert. Die «Olympioniken» erbringen eine sportliche Leistung, die nicht nur ihre Fitness verbessert. Dank der Erfolgserlebnisse erhalten die Sportler eine Bestätigung und können so zu mehr Selbstvertrauen gelangen.

Die Teilnehmer nehmen den Sport, wie das Turnier in Grub zeigte, Ernst. Sie bereiten sich intensiv auf den Anlass vor und wollen am Turnier eine gute Leistung zeigen. Die Einstellung entspricht dem Eid von Special Olympics: «Lasst mich gewinnen! Doch wenn ich nicht gewinnen kann, so lasst mich mutig mein Bestes geben.»

 

Fünf Prüfungen

Im Reithof in der Rüti wurden fünf Prüfungen ausgetragen. Unter anderem hatten die Athleten eine Western-Prüfung zu absolvieren, die den Geländeritt eines Cowboys nachahmt. Die Teilnehmer starteten in fünf verschiedenen Kategorien. Diese reichten vom begleiteten Reiten im Schritttempo bis zu den Fortgeschrittenen, die im Galopp ohne fremde Hilfe die Prüfungen absolvierten.

 

Tolerante Pferde

Den Athleten standen in Grub 16 speziell ausgebildete Pferde zur Verfügung, die sich durch eine hohe Toleranz auszeichnen. Der Grossteil stammte aus dem Reithof selbst. «Bei den Special Olympics darf jeder mitmachen. Wer kein eigenes Pferd hat, dem wird eines zur Verfügung gestellt», sagt Kathrin Lex. Es kamen unterschiedliche Rassen zum Einsatz, unter anderem Isländer und Haflinger. Ross und Reiter müssen zusammenpassen. Das heisst, einem grossen, schweren Mann wird kein kleines Islandpferd zugeteilt. Am Samstag hatten die Athleten die Möglichkeit, die ihnen zugeteilten Pferde auszuprobieren. Das regionale Turnier findet alle zwei Jahre statt. Es dient auch der Vorbereitung auf die nationalen Turniere.

Ein Highlight in der Karriere der Sportler sind jeweils die World Games der Special Olympics, die alle vier Jahre durchgeführt werden. In Grub standen gleich sieben Athleten im Einsatz, die dieses Abenteuer schon erleben durften. Unter anderem war Ramona Koller aus Herisau am Start. In Athen vor einem Jahr holte sie gleich zweimal Gold. In Grub siegte sie im Team-Relay. Jessica Künzle aus Rehetobel wurde in dieser Disziplin Zweite.